Herzratenvariabilitätsmessung

Herzratenvariabilitätsmessung

Die Variabilität der Herzfrequenz als Zeichen von Gesundheit

Mit der Herzratenvariabilitätsmessung ist die Messung der Herzfrequenzvariabilität gemeint. Die Herzfrequenz wird, so wie alle inneren Organe, durch das vegetative Nervensystem gesteuert. Das vegetative Nervensystem besteht aus Sympathikus und Parasympathikus.

Der Sympathikus ist aktiv, wenn wir Leistung erbringen. Der Parasympathikus ist aktiv, wenn wir zur Ruhe kommen wollen.

Um die Anforderungen des Alltags gut bewältigen zu können brauchen wir eine ausgewogene Aktivierung von Sympathikus und Parasympathikus.

Das vegetative Nervensystem (Abbildung links)

Die roten Linien bilden das Steuerungssystem des Sympathikus, welcher für die Anspannung zuständig ist.

Das Steuerungssystem des Parasympathikus ist in blau dargestellt und für die Entspannung verantwortlich.

(Zum Vergrößern auf die Abbildung klicken)

Normalerweise ist es so, dass die Abstände zwischen den einzelnen Herzschlägen nicht immer gleich sind. Bei der Einatmung wird der Herzschlag etwas schneller, während er bei der Ausatmung wieder langsamer wird.

Nach gängiger Meinung soll es gut sein, wenn die Abstände zwischen den einzelnen Herzschlägen immer gleich sind. Dies stimmt so nicht. Die atemabhängige Veränderung der Abstände zwischen den einzelnen Herzaktionen ist ein Zeichen für eine gute Anpassungsfähigkeit des Organismus an die Anforderungen der Umwelt.

Während die Herzfrequenzvariabilität unter Alltagsbedingungen ein chaotisches Muster aufzeigt, so wird dieses durch Atem- und Achtsamkeitsübungen regelmäßiger mit entsprechend positiven Auswirkungen auf die Psyche.

Die Messung der Herzfrequenzvariabilität ermöglicht Aussagen darüber, ob

· psychischer oder physischer Stress negative Auswirkungen auf das vegetative Nervensystem hat,

· das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen erhöht ist,

· die eingeleiteten Maßnahmen Wirkung zeigen (Therapie-Kontrolle).

Die HRV-Messungen

Messung unter Belastung
Abb. 1: Messung unter Belastung
Abb. 1: Messung unter Belastung

Die Herzfrequenzvariablität ist gering, was sich an der relativ „glatten“ Kurve im Diagramm oben zeigt. Entsprechend zeigt sich im Balkendiagramm in der Mitte nur ein Balken.

Der rote Stressnerv (Sympathikus) ist sehr stark aktiviert, der blaue Entspannungsnerv (Parasympathikus) gering. Es zeigt sich ein starkes Ungleichgewicht bei der Anteile des vegetativen Nervensystems.

Messung in Ruhe
Abb. 2: Messung in Ruhe
Abb. 2: Messung in Ruhe

Die Kurve zeigt schon eine deutlich höhere Herzfrequenzvariabilität, was sich in der größeren Verteilung im Balkendiagramm zeigt.

Der rote Anspannungsnerv und der blaue Entspannungsnerv sind gleichstark aktiviert, das vegetative Nervensystem befindet sich im Gleichgewicht.

Messung bei Taktatmung
Abb. 3: Messung bei einer Atemübung
Abb. 3: Messung bei einer Atemübung

Die Herzfrequenzvariabilität ist sehr stark ausgeprägt und zeigt ein gleichmäßiges (kohärentes) Wellenmuster.

Als Ausdruck der hohen Herzfrequenzvariabilität zeigen sich im Balkendiagramm viele Balken, der blaue Entspannungsnerv ist stark aktiviert im Vergleich zum roten Anspannungsnerv.

Kosten

Die Kosten für die Herzfrequenzvariabilitätsmessung werden von den privaten Krankenversicherungen übernommen, von den gesetzlichen Krankenkassen nicht, so dass es sich in diesem Fall um eine Selbstzahlerleistung (individuelle Gesundheitsleistung) handelt. In diesem Fall betragen die Kosten je nach Aufwand ca. 30-60 Euro pro Messung.