Behandlung

Symptome

Wenn Sie unter folgenden Symptomen leiden, so kann eine psychosomatische Behandlung indiziert sein:

· Antriebslosigkeit, Lustlosigkeit, Freudlosigkeit
· schnelle Ermüdbarkeit und Erschöpfung
· Ängste, belastende Gedanken
· vermindertes Selbstwertgefühl
· Reizbarkeit, Aggressivität
· Schlafstörung
· Herzrasen
· Luftnot
· Reizmagen, Reizdarm
· sexuelle Probleme
· Schmerzen, die schon länger als 6 Monate bestehen

Leiden Sie unter folgenden Symptomen, so kann die Mind-Body-Medizin, zusätzlich zu ihrer hausärztlichen Behandlung, sinnvoll sein:

· koronare Herzerkrankung
· Herzrhythmusstörungen
· Bluthochdruck
· Diabetes
· Stresssymptome
· Übergewicht
· Kopf- und Rückenschmerzen
· Schlafstörungen

Therapie-Formen

Tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie

Hierbei handelt es sich, neben der Verhaltenstherapie und der Psychoanalyse, um eines der Therapieverfahren, die in Deutschland von den Krankenkassen anerkannt sind.

Grundannahme der Tiefenpsychologie ist, dass unbewusste psychische Vorgänge Einfluss auf die psychische Gesundheit des Menschen haben. Oft handelt es sich dabei um Konflikte zwischen gegensätzlichen Bestrebungen (Abhängigkeit vs. Unabhängigkeit, Kontrolle vs. Unterwerfung, Versorgung vs. Autarkie etc.).

Eine Behandlung dauert üblicherweise 25-50 Sitzungen, in Ausnahmefällen bis zu 80 Sitzungen.

Akzeptanz- und Commitment-Therapie (ACT)

Hierbei handelt es sich um einen modernen Therapieansatz der Verhaltenstherapie, welche eine Steigerung der psychischen Flexibilität zum Ziel hat. Dabei geht es insbesondere um die Klärung von Werten, um Achtsamkeit und eine Offenheit, auch unangenehmen Gefühlen gegenüber. Insbesondere die praktischen Übungen der ACT lassen sich gut mit der tiefenpsychologisch fundierten Psychotherapie kombinieren.

Hypnotherapie

Die moderne Hypnotherapie gilt als ein psychotherapeutisches Verfahren, welches die vorhandenen Ressourcen des Menschen nutzt. Mittels hypnotischer Techniken werden positive Erfahrungsmöglichkeiten, vorhandene Bewältigungsstrategien und eigene Stärken aktiviert und zur Bewältigung psychischer und/oder körperlicher Probleme genutzt.

Behandlungswege

Mind-Body-Medizin

Weitere Informationen zu Thema > Mind-Body-Medizin

Achtsamkeitstraining

Jon Kabat-Zinn, einer der Pioniere der Achtsamkeitsbewegung, definiert Achtsamkeit als eine bestimmte Form der Aufmerksamkeit, die absichtsvoll ist, sich auf den gegenwärtigen Augenblick bezieht und nicht wertend ist.

Oft sind wir im Alltag mit unserer Aufmerksamkeit nicht gegenwärtig, sondern entweder in der Zukunft und denken z. B. darüber nach, was wir noch erledigen müssen. Oder wir sind mit unserer Aufmerksamkeit in der Vergangenheit und denken z. B. darüber nach, was am Vortag passiert ist.

Und auch bei psychosmatischen Erkrankungen wie Angststörungen sind wir mit den Gedanken in der Zukunft und denken darüber nach, was passieren könnte (z. B. bei der Panikstörung: „Gleich falle ich tot um.“). Oder wir sind bei der Depression mit den Gedanken in der Vergangenheit und denken darüber nach, was wir vermeintlich falsch gemacht haben.

Durch das Training der Achtsamkeit kann es uns gelingen, mit unserer Aufmerksamkeit gegenwärtig zu sein, so dass auch die belastenden Symptome nachlassen.

Herzratenvariabilitätsmessung

Weitere Informationen zum Thema > Herzratenvariabilitätsmessung

Naturheilverfahren

Psychosomatische Medizin und Naturheilverfahren haben viele Parallelen. Beide Ansätze fördern die Beachtung von psychischen und/oder körperlichen Signalen und helfen zur Einleitung von Selbsthilfemaßnahmen und Gegenregulationen, welche die Selbst-Heilung fördern sollen.

Die Naturheilkunde im Sinne der traditionellen europäischen Medizin, in der Pfarrer Sebastian Kneipp eine wichtige Rolle spielt, besteht aus Bewegungstherapie, Ernährungstherapie, Hydrotherapie (Anwendung von Wasser), Phytotherapie (Anwendung von Pflanzen) und der Ordnungstherapie.

Ziel der Ordnungstherapie ist die Wiederherstellung der natürlichen Ordnung (Schlaf – Wachrhythmus, Anspannung – Entspannung, Aktivität – Passivität, etc.).

Es gibt dabei viele Ähnlichkeiten mit der Mind-Body-Medizin.

Biofeedback

Hierbei handelt es sich um ein wissenschaftlich fundiertes Verfahren, welches unbewusst ablaufende psychophysiologische Prozesse durch optische oder akustische Rückmeldung wahrnehmbar macht.

Dies nutzt man, um den Anspannungs- bzw. Entspannungszustand des menschlichen Organismus darzustellen. Dazu nutze ich ebenfalls die Herzfrequenzvariabilität, welche sich z. B. mit dem Qiu optisch darstellen lässt.

Stresstest

Die Variabilität der Herzfrequenz als Zeichen von Gesundheit

Mit dem Stresstest ist die Messung der Herzfrequenzvariabilität gemeint. Die Herzfrequenz wird, so wie alle inneren Organe, durch das vegetative Nervensystem gesteuert. Das vegetative Nervensystem besteht aus Sympathikus und Parasympathikus.

Der Sympathikus ist aktiv, wenn wir Leistung erbringen. Der Parasympathikus ist aktiv, wenn wir zur Ruhe kommen wollen.

Um die Anforderungen des Alltags gut bewältigen zu können brauchen wir eine ausgewogene Aktivierung von Sympathikus und Parasympathikus.

DAS VEGETATIVE NERVENSYSTEM

Die roten Linien bilden das Steuerungssystem des Sympathikus, welcher für die Anspannung zuständig ist.

Das Steuerungssystem des Parasympathikus ist in blau dargestellt und für die Entspannung verantwortlich.

(Zum Vergrößern auf die Abbildung klicken)

Normalerweise ist es so, dass die Abstände zwischen den einzelnen Herzschlägen nicht immer gleich sind. Bei der Einatmung wird der Herzschlag etwas schneller, während er bei der Ausatmung wieder langsamer wird.

Nach gängiger Meinung soll es gut sein, wenn die Abstände zwischen den einzelnen Herzschlägen immer gleich sind. Dies stimmt so nicht. Die atemabhängige Veränderung der Abstände zwischen den einzelnen Herzaktionen ist ein Zeichen für eine gute Anpassungsfähigkeit des Organismus an die Anforderungen der Umwelt.

Während die Herzfrequenzvariabilität unter Alltagsbedingungen ein chaotisches Muster aufzeigt, so wird dieses durch Atem- und Achtsamkeitsübungen regelmäßiger mit entsprechend positiven Auswirkungen auf die Psyche.

DIE MESSUNG DER HERZFREQUENZVARIABILITÄT ERMÖGLICHT AUSSAGEN DARÜBER, OB

· psychischer oder physischer Stress negative Auswirkungen auf das vegetative Nervensystem hat,

· das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen erhöht ist,

· die eingeleiteten Maßnahmen Wirkung zeigen (Therapie-Kontrolle).